<?xml version="1.0" encoding="utf-8"?><rss version="2.0"
	 xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	 xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	 xmlns:f="http://typo3.org/ns/TYPO3/CMS/Fluid/ViewHelpers"
	 xmlns:n="http://typo3.org/ns/GeorgRinger/News/ViewHelpers"><channel><title>Nachrichten</title><link></link><description></description><language>de-DE</language><copyright>Diözese Bistum Würzburg</copyright><pubDate>Sun, 19 Jul 2026 02:24:22 +0200</pubDate><lastBuildDate>Sun, 19 Jul 2026 02:24:22 +0200</lastBuildDate><atom:link href="https://www.wallfahrtsservice.de/nachgefragt/2009/feed.rss" rel="self" type="application/rss+xml" /><generator>TYPO3 EXT:news</generator><item><guid isPermaLink="false">news-30545</guid><pubDate>Tue, 18 Mar 2014 09:54:52 +0100</pubDate><title>Warum nennt das II. Vatikanische Konzil die Kirche das Volk Gottes unterwegs?</title><link>https://www.wallfahrtsservice.de/aktuelles/detail/ansicht/warum-nennt-das-ii-vatikanische-konzil-die-kirche-das-volk-gottes-unterwegs/</link><description>Der Glaube ist ein menschlicher Grundvollzug, der nur gemeinsam gelebt werden kann: Ein Glaubender ist kein Glaubender – diese von Aurelius Augustinus formelhaft auf den Punkt gebrachte Einsicht würden vermutlich alle Religionen der Erde unterschreiben. Religion vollzieht sich in Gemeinschaft und bildet Gemeinschaft. Aber versteht sie sich zugleich als Gemeinschaft unterwegs, in Bewegung, im Wandel? Ist Religion notwendig (!) eine pilgernde Gemeinschaft?  Für das alttestamentliche Israel gibt es auf diese Frage nur eine Antwort: Gottes Volk ist ein Volk unterwegs.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Historisch dürften vor allem zwei Faktoren besonderes Gewicht für die Ausprägung dieser Idee gehabt haben: Zum einen hat der Jahwe-Glaube seinen Ursprung in den Überzeugungen nomadischer Viehhirten. Die Religion Israels ist, bei aller späteren Assimilation an Bräuche und Gewohnheiten der sesshaften Ackerbauern Kanaans, in ihrem Kern nomadisch imprägniert. Zum anderen gewinnt das Motiv des in die Freiheit ziehenden Volkes während des babylonischen Exils eine neue, unübertreffbare Relevanz. In dieser Epoche, der wir einen Großteil der biblischen Schriften verdanken, erkennt sich das in Babel gefangene Volk in jenen Vorfahren wieder, die als Sklavinnen und Sklaven in Ägypten weilten.</p><p>Auf Grund dieser beiden historischen Gegebenheiten wird der Exodus für Israel die konstituierende und Identität stiftende Erfahrung. Das Volk Gottes zieht weg aus der Sklaverei und Unfreiheit, es ist unterwegs in das von Gott verheißene Land. Jahwe, der Gott Israels, offenbart sich auf dem Weg, er ist ein – in der Feuer- beziehungsweise Wolkensäule – mitgehender Gott. Diese Grundeinsicht manifestiert sich vor allem im Verständnis des wichtigsten Ortes und des wichtigsten Tages für Israel. Der wichtigste Ort, der Jerusalemer Tempel, Zeichen der Gegenwart Gottes mitten in seinem Volk, wird wie ein Zelt betrachtet (1 Kön 7). Es ist für Israel weder selbstverständlich noch notwendig, dass dieser Ort ein fester ist. Vielmehr wird immer wieder daran erinnert, dass das steinerne Gebäude in all seiner Pracht „nur” die Nachfolge des eigentlichen Offenbarungsortes, nämlich des beim Exodus mitgeführten Heiligen Zeltes verkörpert. Auch nach dem Bau des steinernen Tempels durch Salomo bleibt Gott auf dem Weg! Der wichtigste Tag im Jahreslauf ist für Israel das Paschafest. Von ihm heißt es: „So sollt ihr es essen: eure Hüften gegürtet, Schuhe an den Füßen, den Stab in der Hand. Esst es hastig. Es ist die Paschafeier für den Herrn.“ (Ex 12,11) Die Feier selbst soll also das Unterwegssein spüren lassen, den Aufbruch aus der Gefangenschaft erlebbar machen.&nbsp;</p><p>Das Volk Gottes ist auf dem Weg. Es zieht aus seinen Unfreiheiten aus, kämpft sich den langen Weg durch die Wüste, wird in Versuchung geführt wie in Massa und Meriba (Ex 17,1-7), erliegt der Versuchung, begehrt gegen seinen Gott auf, wünscht sich zurück an die Fleischtöpfe Ägyptens (Ex 16,3) und wird doch von seinem langmütigen Gott immer wieder begnadigt. So kann es schließlich ins gelobte Land einziehen.</p><p>Jesus steht ganz in der Tradition seiner Mutterreligion, wenn er für seine Wanderungen um sich eine Gemeinschaft von Jüngern und Jüngerinnen sammelt, die mit ihm unterwegs sind. „Berufung“ im Sinne des Neuen Testaments meint den Ruf in diese Weggemeinschaft, „Nachfolge“ bedeutet sehr wörtlich das Hinterhergehen hinter Jesus. So gesehen ist es eine gewichtige Kursänderung der jungen Kirche, diese Lebensform der wandernden Gemeinschaft an eine kleine Gruppe von „Spezialisten“ zu delegieren: die (Wander-) Missionare. Von nun an gibt es zwei Grundformen christlichen Lebens: Das Leben in ortsfesten Gemeinden, die ihre Güter miteinander teilen, und das Leben als wandernde Apostel, die von Gemeinde zu Gemeinde ziehen, dort aufgenommen und beherbergt werden und überall das Wort Gottes verkünden. Zweifellos war diese Kurskorrektur nötig. Zudem konnte sie sich darauf berufen, dass auch Jesus Menschen „folgten“, die nicht mit auf Wanderschaft gingen, sondern ihn materiell unterstützten und beherbergten und auf diese Weise Gemeinschaft mit ihm hatten. Gleichwohl: Mit der Delegation der Wanderexistenz an Spezialisten lief die Kirche Gefahr, sich nicht mehr als ganze als pilgernd zu verstehen.</p>]]></content:encoded><category>Nachgefragt 2009</category><category>Nachgefragt</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-30543</guid><pubDate>Tue, 18 Mar 2014 09:54:15 +0100</pubDate><title>Wie wichtig ist das Rosenkranzgebet bei einer Wallfahrt?</title><link>https://www.wallfahrtsservice.de/aktuelles/detail/ansicht/wie-wichtig-ist-das-rosenkranzgebet-bei-einer-wallfahrt/</link><description>Wenn ich Außenstehenden erzähle, dass wir auf Wallfahrt täglich mindestens einen Rosenkranz beten, ernte ich oft zweifelnde Blicke und womöglich sogar Widerspruch: „Mit dem Rosenkranz kann ich gar nichts anfangen!“, sagen viele Menschen dann. Muss man also unbedingt Rosenkranz beten, wenn man auf Wallfahrt geht?</description><content:encoded><![CDATA[<p>Gehen ist ein sehr rhythmisches Tun. Schritt für Schritt „trotten“ wir vor uns hin, oft ohne auf den einzelnen Schritt und seine Anstrengung zu achten. Insbesondere auf ebener oder leicht abschüssiger Strecke kommen wir in einen gleichmäßigen, selbständigen Rhythmus. Genau das tut uns gut. Denn im Grunde sind rhythmisch wiederkehrende Vorgänge ungemein entlastend. Arhythmische Tätigkeiten müssen wir sehr bewusst und mit hoher Aufmerksamkeit steuern. Rhythmische Bewegungen oder Tätigkeiten laufen im Unterbewusstsein ab. Wir können uns ganz in sie hineinfallen lassen und entspannen. Zugleich eröffnen Rhythmen einen sehr naturgemäßen Rahmen, innerhalb dessen sich unsere Kreativität entfaltet. So wie wir eine Melodie ganz anders hören oder spielen, wenn wir ihren Rhythmus gefunden und verinnerlicht haben, wie wir mit der Musik schwingen und durch sie beschwingt werden, so ist es auch bei anderen rhythmischen Vollzügen.</p><p>Gehen ist ebenso ein rhythmisches Tun wie Singen. Und wenn der Rhythmus der Füße mit dem Rhythmus der Musik übereinstimmt, wenn wir im Takt eines Liedes marschieren, dann läuft es sich leichter und beschwingter. Das weiß das Militär seit Jahrhunderten und spielt auf langen Märschen die altbekannte Marschmusik. Schon ihr Name sagt, wofür sie geschrieben wurde. Gehen im Rhythmus des Singens – Singen im Rhythmus des Gehens – das beflügelt und schenkt enorme Leichtigkeit. Auch die klassischen Wallfahrtslieder nutzen diese Erfahrung. Eine Wallfahrt ohne Gesang unterwegs wäre armselig und womöglich sogar niederdrückend. Mit Musik aber gehen Wallfahrerinnen und Wallfahrer gleich einen Schritt schneller.</p><p>Auch beten kann sehr rhythmisch sein. Genau das gilt für alle wiederkehrenden Gebete, vor allem für Litaneien und den Rosenkranz. Gute Litaneien sind textlich sehr rhythmisch, fast möchte ich sagen poetisch formuliert. Pilgernde brauchen gar nicht allzu genau hinhören, was die einzelne Anrufung sagt – sie antworten eher automatisch mit den immer gleichen Worten. Aber irgendwann bleibt die Aufmerksamkeit bei einer Anrufung hängen, macht sich daran fest und meditiert sie. Dann hat sich die Litanei gelohnt. – Ähnlich auch beim Rosenkranz. Die einzelnen Ave-Maria-Gebete sprechen Betende automatisch, ohne großes Nachdenken. Aber das sogenannte „Geheimnis“ in der Mitte nehmen sie aufmerksam wahr. Es gibt die klassischen Geheimnisse – die freudenreichen, schmerzreichen, glorreichen, lichtreichen und viele mehr (Gotteslob Nr. 33). Ich formuliere jedoch für Wallfahrten immer eigene Geheimnisse, in denen wir einen gehörten Schrifttext vertiefen und weiter bedenken. So habe ich zum Beispiel für die Auferweckung des Jünglings von Naim (Lk 7,11-17) folgende Geheimnisse geschrieben: „der die Witwe voll Mitleid anblickt – der sich im Innersten berühren lässt – der für die Frau das Mögliche tut – der uns neues Leben schenkt – der die Not jedes Menschen sieht.“ Auf diese Weise gewinnt ein gehörter Bibeltext große Tiefe und Intensität und prägt sich tief ins Herz der Wallfahrenden ein.</p><p>Es gibt noch ein zweites Gebet im Gotteslob, das wie ein Rosenkranz aufgebaut, aber vom Text her stärker auf Christus orientiert ist: Das Jesus-Gebet von Romano Guardini (Gotteslob Nr. 6/3). Für mich gehört es zu den kostbarsten Gebeten unserer Zeit. Und Menschen, die mit mir auf Wallfahrt gehen, erwähnen oft ausdrücklich, wie dankbar sie für dieses Gebet sind. Es ist eine echte Entdeckung. Leider wird es in der Seelsorge viel zu wenig genutzt.<br />Ob Wallfahrtslieder, Litaneien, Rosenkranz oder Jesus-Gebet: So wie wir im Rhythmus gehen, so können und sollen wir auch im Rhythmus singen und beten. Nach einigen Tagen auf Wallfahrt warten die meisten Menschen schon ganz sehnsüchtig auf den nächsten Rosenkranz. Auch solche, die ihn zuhause im Alltag nie beten. Denn das Einschwingen ins Gebet verleiht Flügel. Der Weg wird leichter, das Ziel kommt näher. Und Gott mit dem Ziel.</p>]]></content:encoded><category>Nachgefragt 2009</category><category>Nachgefragt</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-30674</guid><pubDate>Tue, 18 Mar 2014 09:54:12 +0100</pubDate><title>Gibt es einen Unterschied zwischen Wallfahren und Pilgern?</title><link>https://www.wallfahrtsservice.de/aktuelles/detail/ansicht/gibt-es-einen-unterschied-zwischen-wallfahren-und-pilgern/</link><description>Immer wieder behaupten Menschen, dass der Begriff „wallfahren“ sich ausschließlich auf organisierte Gruppenwallfahrten beziehe, dafür aber auch Wallfahrten mit Bus, Zug oder Flugzeug einschließe. Der Ausdruck „pilgern“ hingegen meine ausschließlich die Fortbewegung zu Fuß und allein oder in kleinen Gruppen. Stimmt diese Unterscheidung? Und ist sie hilfreich?</description><content:encoded><![CDATA[<p>Rein etymologisch stammt der Ausdruck „pilgern“ aus dem Lateinischen (peregrinus, peregrinari) und meint das Unterwegssein in der Fremde, im Ausland. Der Ausdruck „wallfahren“ hingegen stammt vom Begriff „wedeln“, unstet hin- und herbewegen, oder auch vom Begriff „wandeln“ im Sinne des Auf- und Abgehens. Im Mittelalter wird „wallfahren“ zur direkten Übersetzung des Wortes „peregrinari“ – die beiden Begriffe sind also inhaltsgleich und werden nicht unterschieden.</p><p>Anthropologisch ist es absolut unerheblich, ob jemand in der Gruppe oder allein zu Fuß geht. Die entscheidenden inneren Prozesse laufen völlig gleich ab. Selbst auf einer Wallfahrt, die ein technisches Verkehrsmittel nützt, können dieselben Prozesse angestoßen und begleitet werden – wenn auch in verminderter Intensität. Immer muss der Mensch seine vertraute Umgebung verlassen, sich auf den Weg machen, sich auf fremde Menschen und eine fremde Umgebung einlassen, einem Ziel entgegengehen, dort sich selbst ganz hingeben und neu empfangen.</p><p>Zudem ist eine Wallfahrt oder Pilgerfahrt nie (!) Sache eines Einzelnen. Auch wer alleine geht, steht in vielfältiger Gemeinschaft: Mit anderen Einzelgängerinnen und Einzelgängern, denen er begegnet. Mit Gastgeberinnen und Gastgebern, auf die er unweigerlich angewiesen ist. Mit der pilgernden Kirche, der er unterwegs und am Ziel begegnet.</p><p>Es gibt also weder einen sprachlichen noch einen sachlichen Grund für die Unterscheidung zwischen wallfahren und pilgern. Aber könnte man nicht trotzdem eine rein praktische Unterscheidung begründen, die dann zwar den etymologischen Begriffen nicht gerecht wird, aber eben praktisch zwischen Buswallfahrtsgruppen und Einzel-FußpilgerInnen unterscheidet?</p><p>Ich plädiere dringend gegen diese Unterscheidung. Wir sollten nicht so tun, als hätten Einzelwallfahrerinnen und -wallfahrer mit der Kirche entlang des Weges nichts zu tun. Nein, sie sind eingebettet in die große Gemeinschaft aller Gottsucherinnen und -sucher. Sie sind von dieser Gemeinschaft getragen und gehören dazu – ob sie das wahrnehmen und schätzen oder nicht.</p><p>Ebenfalls sollten wir nicht so tun, als sei der Weg zweitrangig und das Ziel allein wichtig – und folglich die Buswallfahrt gleichwertig zur Fußwallfahrt. Nein, der Weg bleibt ganz entscheidend – deswegen sollten auch Bus-, Zug- oder Flugwallfahrten sich dem Ziel langsam nähern, um einen inneren Weg, eine innere Vorbereitung auf die Ankunft am Wallfahrtsort zu ermöglichen. Wer morgens nach Lourdes hinfliegt und am Abend zurück, der wird umsonst unterwegs sein.</p><p>Schließlich muss klar bleiben, dass für körperlich gesunde und gehfähige Menschen die Wallfahrt mit den modernen Verkehrsmitteln immer zweite Wahl bleibt. Das Beten mit den Füßen ist nicht durch das Beten im bequemen Sitz des Busses oder Flugzeugs zu ersetzen. Wenn der gesamte Mensch leibhaftig betet, geht das Gebet unter die Haut, werden alle Mühen, Anstrengungen, aller Schweiß zum Gebet.</p><p>Ich würde also von einer „Gruppenwallfahrt“ oder einer „Einzelwallfahrt“ reden, vom „Pilgern in Gemeinschaft“ und vom „Pilgern allein“. Aber pilgern und wallfahren sollte man nicht unterscheiden.</p>]]></content:encoded><category>Nachgefragt 2009</category><category>Nachgefragt</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-30654</guid><pubDate>Tue, 18 Mar 2014 09:54:10 +0100</pubDate><title>Was sollte bei der Ankunft in der Heimat und beim Abschluss der Wallfahrt im Mittelpunkt stehen?</title><link>https://www.wallfahrtsservice.de/aktuelles/detail/ansicht/was-sollte-bei-der-ankunft-in-der-heimat-und-beim-abschluss-der-wallfahrt-im-mittelpunkt-stehen/</link><description>Der Rückweg großer Wallfahrten wird sehr unterschiedlich gestaltet. Mancherorts ist es Tradition, auch den Rückweg zu Fuß zurückzulegen, auf demselben Weg wie hinwärts oder auch auf einer anderen Route. Sicher ist der große Vorteil dieser Art des Pilgerns, dass sich die Wallfahrerinnen und Wallfahrer langsam, allmählich ihrem Heimatort nähern. Sie haben viel Zeit, sich gedanklich auf die Rückkehr einzustellen und zu überlegen, wie sie die ersten Schritte in den Alltag hinein tun wollen.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Aber auch Pilgerinnen und Pilger, die den Rückweg mit einem Verkehrsmittel zurücklegen, können diesen Weg bewusst gestalten und erleben. Sie können zum Beispiel versuchen, ungefähr dieselbe Route zurückzufahren, die sie hinwärts gelaufen sind. Dann kommen Erinnerungen hoch und ermöglichen, langsam die Gedanken auf die Heimat und die Menschen dort zu richten. Sie können auf jeden Fall noch einmal eine Pause einlegen, vielleicht eine Kirche besuchen oder ein letztes Essen zusammen einnehmen, damit der Übergang nach Hause nicht zu plötzlich und abrupt vonstatten geht. Insofern ist ein Rückflug selbst von Santiago immer die ungünstigste Art des Reisens, denn er geht blitzschnell und lässt wenig Spielraum für ein langsames, gestaltetes Ankommen.</p><p>Kommen Wallfahrerinnen und Wallfahrer zuhause an, sollten sie vor allem drei Anliegen im Blick behalten: Erstens sollten die Daheimgebliebenen sie würdig und festlich empfangen. Mancherorts geschieht das öffentlich, indem die Dorfgemeinschaft samt Pfarrer und Ministranten der Wallfahrergruppe unter Glockengeläut entgegen zieht und sie am Ortseingang erwartet. Teilweise überreicht man den Wallfahrerinnen und Wallfahrern sogar Blumensträuße oder ein anderes Begrüßungsgeschenk. Das sind gute Möglichkeiten, um zu zeigen, dass jene, die unter vielen Strapazen unterwegs waren und für die Daheimgebliebenen gebetet haben, willkommen sind.</p><p>Zweitens ist ein feierlicher Abschluss der Wallfahrt in der eigenen Pfarrkirche sehr anzuraten. Es muss keine lange Andacht sein. Fünfzehn Minuten können durchaus genügen. Aber zum Schluss noch gemeinsam Gott zu danken – Pilgerinnen und Pilger wie Angehörige – erleichtert das Ankommen und den ersten Schritt in den Alltag. Ein kurzer Gottesdienst schließt die Wallfahrt sichtbar ab und läutet gleichsam den Alltag ein.</p><p>Schließlich sollten drittens die Zurückkehrenden Zeichen setzen, mit denen sie den Segen der Wallfahrt an die Daheimgebliebenen weiterschenken. Das kann geschehen durch Andachtsgegenstände, die man den Daheimgebliebenen schenkt. Noch lange Zeit können sie sagen: „Ich habe am Wallfahrtsort für dich gebetet! Du warst im Beten mit dabei!“ Zum anderen können die Heimkehrenden auch das tun, was die Daheimgebliebenen ihnen vor Beginn der Wallfahrt getan haben. Vor Beginn haben (womöglich) die Daheimbleibenden die Aufbrechenden gesegnet. Jetzt könnte es umgekehrt sein, dass die Rückkehrer jene segnen, die sie erwarten und empfangen. Ein Kreuz auf die Stirn, ein Auflegen der Hände kann ein tiefes, sehr intimes Zeichen dafür sein, dass Pilgerinnen und Pilger sowie Daheimbleibende die ganze Zeit über tief verbunden waren – im Hoffen auf den einen Herrn, der all unsere Lebenswege begleitet.</p>]]></content:encoded><category>Nachgefragt 2009</category><category>Nachgefragt</category></item><item><guid isPermaLink="false">news-30596</guid><pubDate>Tue, 18 Mar 2014 09:54:09 +0100</pubDate><title>Wie kann das Verlassen des Wallfahrtsortes zum Zeichen eines neuen Aufbruchs werden?</title><link>https://www.wallfahrtsservice.de/aktuelles/detail/ansicht/wie-kann-das-verlassen-des-wallfahrtsortes-zum-zeichen-eines-neuen-aufbruchs-werden/</link><description>„Es ist gut, dass wir hier sind! Wir wollen Hütten bauen!“ (Mk 9,5) So sagt es Petrus zu Jesus, als sie zu viert auf einen hohen Berg gepilgert sind und Jesus plötzlich in einem strahlend hellen Licht sehen. Wer sich auch nur ein wenig in die Erzählung von der Verklärung Jesu hineinversetzt, wird Petrus gut verstehen können. Denn so ähnlich wird es jedem Pilger gehen, der nach langen Mühen und Anstrengungen am Wallfahrtsort angelangt ist. Überwältigt von der Freude, am Ziel zu sein, restlos erfüllt von der Schönheit und Herrlichkeit der Wallfahrtskirche möchte er am liebsten für den Rest des Lebens dort bleiben: „Wie liebenswert ist deine Wohnung, Herr – wohl denen, die in deinem Hause wohnen!“ (Ps 84,2.4) So beten es die Wallfahrerinnen und Wallfahrer seit über 2500 Jahren.</description><content:encoded><![CDATA[<p>Die Realität schaut freilich anders aus. Allzu schnell sind die Tage am Wallfahrtsort verflogen, es gilt Abschied zu nehmen und nach Hause in den Alltag zurückzukehren. In den grauen, tristen, belastenden und bedrückenden Alltag. Wahrlich keine schöne Vorstellung! Und doch ist die Rückkehr unumgänglich. Unser Platz ist nicht am Wallfahrtsort, sondern dort, wo wir bisher gelebt haben und auch weiterhin leben sollen. Dort tragen wir Verantwortung, dorthin hat Gott uns gestellt. Dort sollen wir täglich im Kleinen seine Herrlichkeit erfahren. Der Glanz des Wallfahrtsorts kann hineinstrahlen in unseren Alltag – wenn wir nur die Erfahrungen des Pilgerns lebendig halten.</p><p>Am Ostermorgen pilgern die Frauen zum Grab Jesu, erzählt uns der Evangelist Markus (Mk 16,1-8). Eine kleine, aber ungeheuer bedeutsame Wallfahrt, die sie mit ihren Gaben, den Salbölen unternehmen. Doch obgleich sie das Grab offen finden und nicht vor dem schweren Stein kapitulieren müssen, der das Grab verschlossen hielt, finden sie den nicht, den sie suchen. Einzig eine innere Stimme, die Bibel nennt sie „Engel“, sagt ihnen, dass Jesus in Galiläa auf sie wartet. Dort, wo sie zuhause sind. Dort, wo sie ihren Beruf ausüben. Dort, wo ihre Familie sie erwartet. Genau dort wird der Auferstandene ihnen begegnen. Und so machen sich die Frauen zusammen mit den Aposteln auf den Weg in die Heimat.</p><p>Es mag uns befremden, dass der Glanz und die herzbewegende Feier am Wallfahrtsort nicht die eigentliche Begegnung mit dem Auferstandenen sein sollen. Und doch ist es so. Ostern ereignet sich mitten im Alltag! Ich rate daher, am Wallfahrtsort einige wichtige Erfahrungen der Wallfahrt aufzuschreiben und dabei auch zu überlegen, welche Anstöße für eine Neugestaltung meines Alltags ich mitnehme. Wenn ein Pilger später im Alltag seine Gedanken nachliest, bleiben sie lebendig und verwandeln den Alltag. Auch Andenken wie eine Kerze mit dem Motiv des Gnadenbilds, ein Bild zum Aufhängen oder ein Rosenkranz können den Segen der Wallfahrt im Alltag lebendig halten.</p><p>Der Aufbruch zu Beginn einer Wallfahrt ist ein bewegender und emotionaler Moment. Mindestens so wichtig ist aber der Aufbruch vom Wallfahrtsziel zurück nach Hause. Denn ob wir wollen oder nicht: In diesem irdischen Leben haben wir keine feste Bleibe. Wir bleiben unterwegs – ständig im Aufbruch zu dem großen, endgültigen Pilgerziel unseres Lebens.</p>]]></content:encoded><category>Nachgefragt 2009</category><category>Nachgefragt</category></item></channel></rss>