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Pilgern durch die Coronakrise - 19. März 2020

Liebe Mitpilgernde auf dem Weg durch die Coronakrise,

zunächst einmal herzlichen Dank für die vielen Rückmeldungen, die mir zeigen, wie sehr uns alle diese Zeit umtreibt, wie viele gute Gedanken sie aber auch in uns hervorbringt. Einige von euch/ Ihnen haben mir auf meine erste Rundmail geantwortet, diese Zeit sei so etwas wie große Exerzitien. Und da ist sicher viel dran. Wir sind in einem Maß auf uns selbst und auf die Konfrontation mit uns selber zurückgeworfen, wie das ansonsten nur in frei und bewusst gewählten Zeiten des Rückzugs der Fall ist. In Tagen der Stille, Auszeiten, Besinnungswochenenden… und eben in Exerzitien.

Machen wir uns also in den nächsten Wochen auf einen Exerzitienweg. Niemand weiß, wie lange er dauert, niemand weiß, wohin er uns innerlich führen wird. Herausfordernd wird er auf jeden Fall. Es ist ein großer Aufbruch, eine große „Reise nach innen“ (Dag Hammarskjöld).

Für Ignatius von Loyola, den großen Meister der Exerzitien, beginnt der Weg stets mit dem Blick auf alles Gute, was ich erfahre und was mich trägt. Dieser Blick ist jetzt besonders wichtig. Denn einerseits macht er mir deutlich, was ich in normalen Zeiten zu selbstverständlich nehme und gar nicht richtig beachte. Andererseits schenkt der Blick auf das Gute, das auch und gerade jetzt da ist und geschieht, mir Kraft, die Herausforderungen der nächsten Wochen zu meistern.

Ich betrachte also zunächst in einem ungestörten Augenblick die Zeit vor der Coronakrise: Was ist mir in den letzten Monaten oder Jahren alles geschenkt worden? Was durfte ich an Gutem erfahren? Was hat mich beflügelt und getragen?

Zu einem späteren Zeitpunkt betrachte ich dann die jetzige Zeit in der Coronakrise: Was wird mir in diesen Tagen an Gutem zuteil? Was kann ich gerade in dieser eingeschränkten Zeit als Geschenk erfahren? Was gibt mir jetzt trotz allem Kraft und Auftrieb?

Wer möchte, kann die eigenen Eindrücke auch aufschreiben, gleichsam in einem „Krisentagebuch“. Familien oder FreundInnen können sich auch darüber austauschen, wenn nötig eben telefonisch oder per Mail, denn vier oder acht oder zehn Augen sehen mehr als zwei.

Für heute schließe ich mit einem Klassiker – dem Sonnengesang des heiligen Franz von Assisi (in einer wissenschaftlichen Übersetzung von 2009, in der u.a. sehr deutlich wird, dass Franz die älteren sechs Lobpreisungen perfekt gendert – immer abwechselnd einen Bruder und eine Schwester!). Franz hat ihn geschrieben, als er bereits schwer krank war – und fast vollständig erblindet. Insofern passt er gut in die jetzige Situation.

So wünsche ich ein gutes Vorankommen durch diese herausfordernden Zeiten und grüße euch/ Sie alle herzlich,

Michael Rosenberger

Höchster, allmächtiger, guter Herr,

dein sind das Lob, die Herrlichkeit und Ehre und jeglicher Segen.

Dir allein, Höchster, gebühren sie,

und kein Mensch ist würdig, dich zu nennen.

Gelobt seist du mein Herr, mit allen deinen Geschöpfen,

zumal dem Herrn Bruder Sonne,

welcher der Tag ist und durch den du uns leuchtest,

Und schön ist er und strahlend in großem Glanz:

Von dir, Höchster, ein Sinnbild.

Gelobt seist du, mein Herr, durch Schwester Mond und die Sterne;

am Himmel hast du sie gebildet, klar und kostbar und schön.

Gelobt seist du, mein Herr, durch Bruder Wind

und durch Luft und Wolken und heiteres und jegliches Wetter,

durch das du deinen Geschöpfen Unterhalt gibst.

Gelobt seist du, mein Herr, durch Schwester Wasser,

gar nützlich ist es und demütig und kostbar und keusch.

Gelobt seist du, mein Herr, durch Bruder Feuer;

durch das du die Nacht erleuchtest.

Und schön ist es und fröhlich und kraftvoll und stark.

Gelobt seist du, mein Herr, durch unsere Schwester, Mutter Erde,

die uns erhält und lenkt

und vielfältige Früchte hervorbringt und bunte Blumen und Kräuter.

Gelobt seist du, mein Herr, durch jene, die verzeihen um deiner Liebe willen,

und Krankheit ertragen und Drangsal.

Selig jene, die solches ertragen in Frieden;

denn von dir, Höchster, werden sie gekrönt.

Gelobt seist du, mein Herr, durch unsere Schwester, den leiblichen Tod;

ihm kann kein Mensch lebend entrinnen.

Wehe jenen, die in tödlicher Sünde sterben.

Selig jene, die er findet in deinem heiligsten Willen;

denn der zweite Tod wird ihnen kein Leid antun.

Lobt und preist meinen Herrn

und dankt ihm und dient ihm mit großer Demut.

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